Sicher unterwegs
Stand: 5. Oktober 2026
Die meisten Wanderunfälle in Deutschland passieren nicht im Hochgebirge, sondern auf ganz normalen Wegen: beim Abstieg, bei Nässe, bei Müdigkeit am Nachmittag. Diese Seite fasst zusammen, was du vor und während jeder Tour im Kopf haben solltest. Sie ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs, aber sie hilft dir, im Ernstfall ruhig zu bleiben.
Notruf: 112
Die 112 erreichst du überall in Deutschland und in der ganzen EU, kostenlos, ohne Vorwahl und auch ohne Guthaben. Über die Leitstelle werden Rettungsdienst, Notarzt, Feuerwehr und im Gebirge die Bergwacht alarmiert. Hast du kein Netz bei deinem eigenen Anbieter, versucht das Handy, die 112 über ein anderes verfügbares Netz zu erreichen. Hilft das nicht, geh ein Stück höher oder auf eine freie Fläche und versuch es erneut.
Am Telefon helfen dir die fünf W-Fragen:
- Wo ist der Notfall? Wegname, Markierung, letzter Wegweiser, Gipfel oder Hütte in der Nähe, im Idealfall Koordinaten aus der Karten-App.
- Was ist passiert?
- Wie viele Personen sind betroffen?
- Welche Verletzungen oder Beschwerden gibt es?
- Warten auf Rückfragen. Leg nicht als Erste oder Erster auf.
Rettungspunkte im Wald
In vielen Wäldern stehen Schilder mit einer Nummer, etwa „Rettungspunkt“ oder „Rettungstreffpunkt“ mit einem Kürzel des Landkreises. Diese Punkte sind bei den Leitstellen hinterlegt und können von Rettungsfahrzeugen angefahren werden. Wenn du an einem solchen Schild vorbeikommst, lohnt sich ein Blick darauf: Im Notfall kannst du die Nummer durchgeben.
Das alpine Notsignal
Ohne Handyempfang hilft das alpine Notsignal: sechsmal pro Minute ein Zeichen geben, also etwa alle zehn Sekunden ein Ruf, ein Pfiff oder ein Lichtsignal, dann eine Minute Pause, dann wiederholen. Die Antwort lautet dreimal pro Minute. Eine Trillerpfeife am Rucksack trägt viel weiter als die Stimme und kostet kaum Gewicht.
Bevor du losgehst
- Wetter prüfen: Für die Alpen eignen sich die Bergwetterberichte der Wetterdienste und Alpenvereine. Bei angekündigten Gewittern startest du früh und bist am frühen Nachmittag zurück.
- Tour realistisch planen: Gehzeit, Höhenmeter und Schwierigkeit müssen zur schwächsten Person der Gruppe passen.
- Jemandem Bescheid sagen: Wohin du gehst und wann du zurück sein willst.
- Akku laden: Ein Handy mit Offlinekarte ist ein gutes Werkzeug, aber nur mit Strom. Eine kleine Powerbank gehört dazu.
Was immer in den Rucksack gehört
Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflaster und Rettungsdecke, Regenjacke, eine warme Schicht, genug zu trinken, etwas zu essen, Stirnlampe, geladenes Handy, Karte oder Offlinekarte und eine Trillerpfeife. Mehr dazu in unserem Bereich Ausrüstung.
Die wichtigste Regel: umkehren
Umkehren ist keine Niederlage, sondern eine Entscheidung. Kehr um, wenn ein Gewitter aufzieht, wenn der Weg schwieriger ist als gedacht, wenn jemand in der Gruppe erschöpft ist oder wenn die geplante Zeit für den Hinweg schon deutlich überschritten ist. Der Gipfel steht nächstes Jahr noch da. Weitere Ratgeber zu diesen Themen findest du unter Sicherheit & Wetter.