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Westweg im Schwarzwald: Von Pforzheim nach Basel auf der roten Raute

Rund 285 Kilometer über Hornisgrinde, Feldberg und Belchen: Verlauf, Abschnitte, Varianten, Übernachtung und Tipps für den ältesten Fernwanderweg des Schwarzwalds.

Der Westweg ist der Klassiker unter den Fernwanderwegen im Schwarzwald und einer der ältesten in Deutschland. Der Schwarzwaldverein hat ihn um das Jahr 1900 angelegt, und seitdem führt er von Pforzheim im Norden bis nach Basel im Süden, immer entlang der höchsten Erhebungen des Mittelgebirges. Unterwegs erlebst du alles, was den Schwarzwald ausmacht: tiefe Tannenwälder, Hochmoore, Karseen, weite Grinden mit Heidekraut, Bauernhöfe mit tief heruntergezogenen Dächern und an klaren Tagen den Blick über die Rheinebene bis zu den Vogesen und den Alpen.

Mit rund 285 Kilometern ist der Westweg eine echte Herausforderung. Er ist aber gut markiert, abwechslungsreich und lässt sich in Abschnitte teilen. Dieser Ratgeber hilft dir bei der Planung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Länge: rund 285 Kilometer von Pforzheim bis Basel, je nach Variante etwas mehr oder weniger.
  • Dauer: meist zwölf bis vierzehn Tagesetappen; viele gehen ihn in zwei oder drei Abschnitten.
  • Markierung: eine rote Raute auf weißem Grund.
  • Höhepunkte: Hornisgrinde, Mummelsee, Kinzigtal, Feldberg, Belchen und der Blick zu den Alpen.
  • Im Süden teilt sich der Weg in eine westliche und eine östliche Variante.

Verlauf

Der Westweg beginnt am Kupferhammer in Pforzheim, am Rand des Nordschwarzwalds. Die ersten Etappen führen durch ausgedehnte Wälder über Dobel und Forbach ins Murgtal und dann hinauf auf den Kamm. Dort erreichst du mit der Hornisgrinde die höchste Erhebung des Nordschwarzwalds. Ihr Gipfelbereich ist ein Hochmoor, über das ein Bohlenweg führt. Ganz in der Nähe liegt der Mummelsee, ein Karsee, um den sich viele Sagen ranken.

Im mittleren Teil geht es über die Alexanderschanze hinunter nach Hausach im Kinzigtal, dem tiefsten Punkt des Weges, und anschließend wieder hinauf in den Mittleren Schwarzwald, vorbei an weiten Höhen und Bauernhöfen bis nach Titisee.

Im Südschwarzwald folgt der Weg den höchsten Gipfeln des Mittelgebirges. Die westliche Variante führt über den Feldberg, mit 1.493 Metern der höchste Berg Baden-Württembergs, sowie über Belchen und Blauen, von denen du bei guter Sicht die Alpenkette sehen kannst. Die östliche Variante verläuft ruhiger und abseits der großen Gipfel. Beide enden in Basel am Rhein.

Die Abschnitte im Überblick

Die offizielle Einteilung umfasst je nach Variante etwa zwölf bis vierzehn Etappen. Die folgende Übersicht fasst die Abschnitte zusammen, die sich gut für eine Wanderwoche oder ein langes Wochenende eignen:

AbschnittGrob von – bisCharakter
NordschwarzwaldPforzheim – Alexanderschanzedichte Wälder, Murgtal, Hornisgrinde und Mummelsee, Grinden
Mittlerer SchwarzwaldAlexanderschanze – TitiseeAbstieg ins Kinzigtal, Hochflächen, Bauernhöfe, weite Blicke
Südschwarzwald WestTitisee – Feldberg – Belchen – Baselhöchste Gipfel, Alpenblick, alpine Anmutung
Südschwarzwald OstTitisee – Baselruhiger, weniger Gipfel, mehr Abgeschiedenheit

Die Tagesetappen sind meist zwischen 20 und 30 Kilometer lang, einige auch etwas kürzer oder länger. Dazu kommen beachtliche Höhenmeter, vor allem beim Auf- und Abstieg ins Kinzigtal und im Südschwarzwald.

Wie anspruchsvoll ist der Westweg?

Technisch ist der Westweg einfach. Es gibt keine Kletterstellen und kaum ausgesetzte Passagen. Die Herausforderung liegt in der Länge der Etappen und der Summe der Höhenmeter über viele Tage. Wer gut trainiert ist und schon einmal mehrere Tage hintereinander gewandert ist, kommt gut zurecht. Für Einsteiger empfiehlt es sich, zunächst einen Abschnitt zu gehen, etwa die ersten vier oder fünf Etappen bis zur Alexanderschanze oder nach Hausach.

Bedenke, dass das Wetter auf den Höhen deutlich rauer sein kann als in den Tälern. Auf der Hornisgrinde und am Feldberg herrscht oft Wind und Nebel, und auch im Sommer kann es dort oben empfindlich kühl werden.

Markierung und Orientierung

Der Westweg ist mit einer roten Raute auf weißem Grund markiert. Das Wegenetz des Schwarzwaldvereins ist dicht und sehr gut beschildert. An vielen Kreuzungen stehen gelbe Wegweiser mit Orts- und Entfernungsangaben. An der Teilung im Süden musst du darauf achten, welcher Variante du folgst, denn beide tragen die rote Raute. Eine Karte oder GPX-Datei hilft hier.

Übernachtung und Gepäck

Entlang des Westwegs gibt es Gasthöfe, Pensionen, Hotels und Wanderheime des Schwarzwaldvereins. Manche Etappenorte sind sehr klein, deshalb lohnt es sich, frühzeitig zu buchen. Einige Unterkünfte liegen etwas abseits und bieten einen Abholservice an, wenn du vorher anrufst.

Mehrere Reiseveranstalter bieten den Westweg als Pauschale mit Gepäcktransport an. Dann trägst du nur einen leichten Tagesrucksack. Wenn du dein Gepäck selbst trägst, solltest du es so leicht wie möglich halten, denn bei 25 Kilometern und vielen Höhenmetern zählt jedes Kilo.

Wildes Zelten ist im Schwarzwald nicht erlaubt. Es gibt aber ein Netz von Trekkingplätzen im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, die du online buchen kannst. Sie liegen teilweise in der Nähe des Westwegs. Informiere dich vorab über Lage und Regeln.

An- und Abreise

Pforzheim und Basel sind gut an das Fernverkehrsnetz der Bahn angebunden. Auch viele Orte unterwegs, etwa Forbach, Hausach und Titisee, haben einen Bahnhof. Damit kannst du den Westweg leicht in Teilstücke aufteilen und über mehrere Jahre gehen. In vielen Schwarzwaldorten bekommst du als Übernachtungsgast eine Gästekarte, mit der du Busse und Bahnen in der Region kostenlos nutzen kannst. Frag bei deiner Unterkunft nach.

Die beste Jahreszeit

Die Wandersaison reicht von Mai bis Oktober. Im Mai und Juni blühen die Bergwiesen, im Sommer sind die Tage lang, und im Herbst ist die Fernsicht oft besonders gut. Auf den Höhen kann es bis in den Mai hinein noch Schneefelder geben, und ab November ist mit Schnee zu rechnen. Im Winter ist der Westweg in den Hochlagen nur mit Schneeschuhen oder Skiern begehbar.

Was in den Rucksack gehört

  • Gut eingelaufene Wanderschuhe, für die vielen Kilometer auf Wald- und Schotterwegen
  • Regenjacke und warme Schicht, auch für den Sommer
  • Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser, an heißen Tagen mehr; nicht jede Etappe hat Einkehrmöglichkeiten
  • Sonnenschutz für die offenen Grinden und Gipfel
  • Blasenpflaster und Erste-Hilfe-Set
  • Karte oder Offlinekarte, besonders für die Wege zu Unterkünften abseits der Route

Eine Woche auf dem Westweg: so kann sie aussehen

Viele Berufstätige haben nicht zwei Wochen am Stück Zeit. Eine bewährte Lösung ist, den Westweg auf zwei Urlaubswochen in verschiedenen Jahren zu verteilen. Im ersten Jahr gehst du den Nordteil von Pforzheim bis Hausach im Kinzigtal, im zweiten Jahr den Süden von Hausach bis Basel. Hausach ist als Bahnstation ein idealer Wechselpunkt.

Eine Woche im Norden könnte so aussehen: Anreise nach Pforzheim am Vortag, dann fünf oder sechs Wandertage über Dobel, Forbach, die Gegend um die Hornisgrinde und die Alexanderschanze bis Hausach. Ein Tag Reserve hilft, wenn das Wetter nicht mitspielt oder die Füße eine Pause brauchen. Im Süden lohnt es sich, am Feldberg oder Belchen einen Tag ohne Gepäck einzuplanen, um die Gipfel in Ruhe zu genießen.

Typische Fehler

Zu lange Etappen am Anfang: Die ersten Tage im Nordschwarzwald wirken leicht, weil viele Abschnitte auf breiten Forstwegen verlaufen. Die Kilometer summieren sich aber, und wer gleich mit 30 Kilometern beginnt, bezahlt das am dritten Tag mit schweren Beinen und Blasen.

Wasser unterschätzen: Auf den Höhen gibt es weniger Quellen, als man im Wald vermuten würde, und manche Gasthäuser haben Ruhetage. Prüf am Vorabend, wo du unterwegs einkehren oder auffüllen kannst.

Ruhetage der Gasthäuser: Gerade in kleinen Orten haben Gaststätten feste Ruhetage, oft zu Wochenbeginn. Wer abends ankommt und nichts mehr zu essen findet, ärgert sich. Frag bei der Buchung nach, wo du am Ankunftstag essen kannst.

Häufige Fragen

Welche Variante im Süden ist schöner?

Die westliche Variante ist die klassische, mit den großen Gipfeln Feldberg und Belchen und dem Blick auf die Alpen. Sie ist bekannter und häufiger begangen. Die östliche Variante ist ruhiger und ursprünglicher. Wer zum ersten Mal geht, wählt meist die westliche.

Kann ich den Westweg mit Hund gehen?

Ja, der Westweg ist mit Hund gut machbar. Beachte Leinenpflichten in Schutzgebieten, etwa auf der Hornisgrinde und am Feldberg, und frag vorab bei den Unterkünften nach.

Wie viele Tage brauche ich mindestens?

Sehr sportliche Wandernde schaffen den Westweg in zehn bis elf Tagen. Für eine entspannte Tour mit Zeit für Pausen sind zwölf bis vierzehn Tage realistischer.

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